Allgemein,  Nachhaltigkeit,  Nähen,  Slow Fashion

Shoppen oder nicht shoppen – das ist hier die Frage.

 

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Ein neues Top hier, noch ein neues Paar Schuhe da, die leichte Bluse, mit der mein Phantasie-Ich durch den Sommer schwebt, während die echte Nicole ein Bügeleisen nur rausholt, wenn es sich wirklich lohnt (zum Nähen nämlich) und die Bluse zu den 10 anderen hängt, die bereits vergeblich auf ihren Einsatz warten.

Da kommt mit den Jahren so einiges zusammen, da vor allem in den warmen Monaten viele von uns denken, sie müssten sich doch jetzt, endlich! unbedingt! mit den neuesten Trendteilen eindecken, sonst wird das ja nix mit dem tollen Sommer. Wie ihr vielleicht schon herausgelesen habt, lief es bei mir in der Vergangenheit häufig darauf hinaus, dass ich einen Berg Kleidung angehäuft habe, die ich vielleicht bei Instagrammern und Bloggern bewundert habe, in meinem Alltag dann aber doch zu den immer gleichen Basic-Shirts mit Jeansshorts und Birkenstocks gegriffen habe. Versteht mich nicht falsch, an einem „unspektakulären“ Outfit ist ganz und gar nichts falsch und ich habe definitiv trotz Alltags-Schluffi-Look Spaß an Mode. Dennoch habe ich mich von den Massen aus Kleidung, Nagellack und so weiter und so fort eines Tages regelrecht erdrückt gefühlt. Und das lag nicht nur daran, dass ich aktuell in einem mittelkleinen WG-Zimmer wohne und mein Raum ohnehin begrenzt ist.

Meine zur Zeit liebste Bluse ist – wie sollte es anders sein – second hand. Für mich ist sie nicht nur durch ihre leuchtende Farbe besonders, sondern erinnert mich auch an ein schönes Freundinnen-Wochenende.

Ganz davon abgesehen, dass ich nicht wusste wohin mit dem Zeug, ging mein Konsumverhalten ganz schön ins Geld und kostete enorm viel Zeit, in der ich mich durch die Onlineshops klickte. Bis es auch in meinem Kopf click machte. Warum kaufe ich so viel Zeug? Was soll ich mit 10 roten Nagellacken anfangen und wieso zum Teufel habe ich so, so viele Tücher, wenn ich doch nie eins trage?

Um der Antwort auf diese Fragen näher zu kommen, habe ich im Oktober letzten Jahres beschlossen einen Shopping-Verzicht zu starten. Ich weiß, ich weiß, das mag manchem zu radikal erscheinen, aber mir hat es tatsächlich ein Stück weit die Augen geöffnet. Ich brauche tatsächlich nichts von dem, was die Modeketten in zum Teil atemberaubender Geschwindigkeit auf den Markt schießen. Viel eher wollte ich mich damit auseinandersetzen, was mir wirklich wichtig ist, und dazu zählt für mich persönlich sicher nicht das fünfte flatterige Sommerkleid. Gleichzeitig habe ich mich inspiriert von Blogs wie dariadaria.com viel mit Themen wie Minimalismus und Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und mich und mein Konsumverhalten stark hinterfragt.

Mein jetziger Stand: Komplett auf Klamotten-Konsum verzichten und meine alten T-Shirts tragen bis sie auseinanderfallen erschien mir dann auch etwas zu radikal, auch wenn ich diese Einstellung für bewundernswert halte. Ich habe mich zunächst für einen Mittelweg entschieden, indem ich keine neue Kleidung kaufe, sondern stattdessen auf Second Hand zurückgreife oder, wenn ich speziellere Vorstellungen habe, mich an die Nähmaschine setze und selbst loslege. Das ist für mich persönlich aktuell der realistischste Weg meine Freude an Mode nicht zu verlieren ohne dabei zu kaufen, kaufen, kaufen. Und ganz nebenbei habe ich das Nähen so richtig für mich entdeckt und bin sehr stolz auf meine bisherigen Werke, die mich auch tatsächlich durch den Alltag belgleiten.

Ich möchte euch damit vor allem inspirieren, euch und euer Kaufverhalten zu hinterfragen und vielleicht auch zu ändern, wenn auch nur in kleinen Schritten. Lasst das Shopping-Wochenende einfach ausfallen und geht mal raus in den Wald (it’s free), steckt die ganzen Mails von asos und Co. in den Spam-Ordner oder schmeißt mal wieder die Nähmaschine an. Ich freue mich, wenn ich dem ein oder anderen einen Denkanstoß geben kann, dem vielleicht auch Taten folgen. Einfach machen, würde ich sagen.

Shoppen oder nicht shoppen – wie steht ihr dazu? Wart ihr auch schon auf Konsum-Entzug?

 

 

 

7 Comments

  • Hannah

    Hi Nicole,
    dein Post liest sich wirklich toll. Ich bin immer so froh wenn ich neue tolle Blogs entdecke, die sich auch mit Nachhaltig und weniger Konsum befassen! Ich glaube einen kompletten Verzicht würde ich nicht so lange durchhalten. Ich probiere es in der Fastenzeit immer mal wieder aber bei Second Hand Kleidung kann ich oft nicht nein sagen. Das ist sicher die Beste Alternative zum “ normalen” fast Fashion shoppen 🙂 und nähen natürlich <3

    Liebe Grüße,
    Hannah von easypeasy-vintage.de

    • Nicole

      Liebe Hannah,
      liebsten Dank, das freut mich sehr 🙂 da gebe ich dir auf jeden Fall Recht, kompletter Verzicht ist für mich aktuell auch nicht realistisch, aber wie du schon sagst ist so ein kleines Verzichts-Experiment immer mal wieder ganz gut, um das Bewusstsein für Entscheidungen etwas zu schärfen. Second Hand ist aus Ressourcensicht echt die beste Alternative und ich mag es einfach, dass man meistens eher Einzelstücke findet. Deinen Blog mag ich übrigens auch sehr und bin jetzt voll angesteckt von deinem Road Trip.

      Liebe Grüße
      Nicole

  • Jana

    Liebe Nicole,

    in deine selbstgenähten Kleidungsstücke habe ich mich bereits vor Wochen verliebt. Als ich heute Morgen dann gelesen habe, dass du einen Blog startest, wusste ich, dass er mir ebenso gut gefallen wird. Mit Shopping im großen Stil, wie es uns täglich von Instagram vorgelebt wird, beschäftige ich mich oft zu viel; mit Slow Fashion und nachhaltiger Mode leider zu wenig. Vielleicht ist dein Blog mein Denkanstoß. Ich bin mir sicher, dass du viele Menschen erreichen und inspirieren wirst!

    Jana

    • Nicole

      Liebe Jana,

      vielen lieben Dank, das ist so ein tolles Kompliment! Mir ging es auch lange Zeit so, aber bewusst mal seine Kaufentscheidungen zu hinterfragen bringt meiner Meinung nach echt eine ganze Menge in vielerlei Hinsicht, ich freu mich jedenfalls sehr, wenn du eine Portion Inspiration von hier mitnimmst 🙂

      Nicole

  • Eugenie Gering

    Strak Nicole!!! Finde ich so toll und freu mich schon auf die nächsten Texte und Selbst-genähtes von dir!
    Grüße Eugie

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